Ausländische Mitbürger stellen ihr Heimatland vor 2025

Die diesjährige Veranstaltung „Ausländische Mitbürger stellen ihr Heimatland vor“ ist die 13. Auflage dieser Art die von dem Verein Geschichts- und Kulturfreunde Nittel e.V. durchgeführt wurde.

In den vorausgegangenen Veranstaltungen wurden bereits 25 Länder vorgestellt. Die einzelnen Vorstellungen zeichneten jeweils interessante und beeindruckende Bilder und Begebenheiten des Lebens in den jeweiligen Ländern und Kulturkreisen, die uns sonst meist verborgen geblieben wären und die auch nicht in hochglänzenden Urlaubsprospekten zu sehen sind.

Ein sehr fernes und ein sehr nahes Land wurden den Besuchern der Veranstaltung in exzellenten PowerPoint- Präsentationen vorgestellt: Vietnam und Luxemburg

Mai Nga Tran, Studentin in Trier, berichtete uns – gekleidet in ein traumhaftes Ao Dai (traditionelles Kleid) – über ihr Heimatland Vietnam (amtlich Sozialistische Republik Vietnam – Việt Nam). Mit dem Wahlspruch Unabhängigkeit, Freiheit, Glück erstreckt es sich der Staat in Südostasien entlang der Grenze zu China, Laos, Kambodscha, den Golf von Thailand und des Südchinesischen Meeres. Die Hauptstadt Vietnams ist Hanoi (7 Mio Einwohner), die zweitgrößte größte Stadt ist Ho-Chi-Minh-Stadt (Saigon) mit 3,6 Mio Einwohnern. Die Mehrheit der Bevölkerung sind Vietnamesen.

Die Länge des Landes bedingt unterschiedliche tropische Wetterzonen: der Norden hat Frühling, Sommer, Herbst und Winter, der Süden sonniges und regnerisches Wetter. Touristen bewundern die vielen schönen Inseln, die tropischen Wälder und das blaues Meer. Mit mehr als 100 Mio Einwohnern und einer Bevölkerungsdichte von 314 Einwohnern pro km² belegt Vietnam Platz 16 derWeltrangliste. Es herrscht Arbeitskräftemangel teilweise bedingt durch das hohe Durchschnittsalter der Bevölkerung.

In der 400jährigen Geschichte stand Vietnam vor dem 19. Jahrhundert unter der Herrschaft chinesischer Dynastien, von 1884bis 1945 unter französischer Kolonialherrschaft und von 1945 bis 1975 bestand die Teilung in Nord- und Südvietnam. Von 1964bis 1973 scheiterten die Vereinigten Staaten von Amerika im Vietnamkrieg. Die Amtssprache ist Vietnamesisch, das 88 % der Bevölkerung als Muttersprache beherrschen und das seit 1945 in einer eigenen, lateinbasierten Schrift geschrieben wird.

Etwa 81,5 % der Vietnamesen sind Atheisten bei ca. 20 Millionen Buddhisten sowie 6 Millionen Katholiken. Geisterglaube istverbreitet. Besonders beliebt ist unabhängig von der jeweiligen Konfession das Lên đồng- Ritual, bei dem die Schamanin die Geister in Trance um Gesundheit und Wohlstand für die Gastgeber des Rituals bittet.

Die Kleidung ist traditionell je nach Region. Wohnhäuser sind „normal“ gebaut, allerdings gibt es sehr viele Tempel in typischer Bauweise. Für alle Kinder gelten gleiche Chancen, Schulkosten in Klasse 1 bis 5 betragen 5 € im Monat.

Die Vielfalt der vietnamesischen Küche ist unermesslich und regional unterschiedlich. Westliche Gebräuche der ehemaligenKolonialmächte werden bis heute beibehalten, darunter Baguettes, Croissants und Kaffee. Gerichte werden typischerweise außerordentlich heiß, aber kurz gebraten und in Pfannen (Wok) auf hohem offenem Feuer zubereitet. Es dominieren kleineStraßenstände, gekocht wird je nach Angebot des Kochs oder Wünschen des Gastes. Dieser Bericht faszinierte die Zuhörer im Saal und es gestaltete sich ein reger Gedankenaustausch. Am Ende ihresVortrages in hervorragendem Deutsch und unter großem Publikumsapplaus erhielt Mai Nga Tram vom Vorsitzenden des Vereins, Hans-Josef Wietor, einen bunter Blumenstrauß als Dankeschön.

Auch nach diesen interessanten Informationen, die abwechselnd von Cindy van Duyk und Angel Jil Estevan in bester deutscher Sprache vorgetragen wurden, war der Beifall groß. Man hätte noch lange weiter zuhören können.

Cindy van Duyk und Angel Jil Estevan brachten Ihr Heimatland Luxemburg den Zuhörern näher. Luxemburg liegt zwar „vor der Nase“ Nittels, aber genau kennen es nur wenige.

Es gibt weltweit nur ein einziges Großherzogtum – und das ist Luxemburg. Allerdings hat es drei Amtssprachen: Luxemburgisch, Deutsch und Französisch. 1984 wurde Luxemburgisch zur Nationalsprache erhoben Staatsoberhaupt des demokratischen Staates in Form einer konstitutionellen Monarchie ist Großherzog Henri, der im Oktober 2025 nach 25 Jahren Regierungszeit abdanken und das Amt an seinen Sohn Erbgroßherzog Guillaume übergeben wird. Regierungschef seit 2023 ist Luc Frieden. Die Staatsform ist eine parlamentarische Monarchie, wobei dem Großherzog in erster Linie nur noch repräsentative Aufgaben zukommen.

Seit dem Wiener Kongress 1815 ist Luxemburg Großherzogtum und war mit dem Königreich der Niederlande verbunden: der niederländische König war gleichzeitig Großherzog von Luxemburg. Seine Unabhängigkeit erreichte Luxemburg erst 1890.Während des 1. und 2. Weltkriegs war es von Deutschen besetzt und wurde in den 50iger Jahren Mitglied u.a. der NATO, Montanunion, EWG und EURATOM. Der 23. Juni ist Nationalfeiertag und wird mit einem großem Feuerwerk gefeiert, finanziert von der gesamten Bevölkerung i. H. v. 1 € pro Person.

In dem Land, kleiner als das Saarland, leben ca. 672.000 Einwohnern und 170 verschiedene Nationalitäten. Seit 2019 darf dort jeder den weltweit einmaligen kostenlosen öffentlichen Nahverkehr benutzen, was aber den hohen CO2-Ausstoß bisher nicht verringerte.

Mehr als 100 Burgen und Schlösser, unzählige traumhafte Wanderwege und Klettersteige im ganzen Land sowie die AltstadtLuxemburgs mit Festungsanlagen und den Kasematten locken viele Touristen an, ebenso die großen Feste wie Lichtmess, Buergbrennen (Winteraustreiben) und seit 1340 die Schuberfour (größtes Volksfest Luxemburgs und der Großregion). Weihnachten wurde erst nach dem 2. Weltkrieg übernommen, nachdem amerikanische Soldaten an den Weihnachtstagen Schokolade an die Kinder verteilten.

Die Küche ist deftig, z.B. Judd mat Gaardebounen (Schweinenacken mit Saubohnen), Gromperekichelcher (Kartoffelpuffer), Kniddelen (Mehlknödel), Rieslingspaschtéit (Fleischpastete verfeinert mit aromatischem Riesling und frischen Kräutern). Eine weitere Spezialität ist auch das Luxemburger Rosinenbrot.

Luxemburg mag klein sein, aber es hat eine große Liebe zum Bierbrauen. Um das Jahr 1300 stammen erste Hinweise auf eineKlosterbrauerei in der Abtei Munster in Clausen. Heute ist Luxemburgs Craftbeer-Szene ein Gewerbe aus Leidenschaft. Das Weinbaugebiet Luxemburg heißt Luxemburger Mosel bzw. Miselerland und ist eng mit dem geschichtlichen Geschehen ander Untersauer und Mosel verbunden. Aus den Weinen entstehen u.a. hochprämierte Crémants sowie Schnäpse und Liköre.

Das Dankeschön für Cindy war ein großer Sommerblumenstrauß, Angel dagegen durfte leckeren Nitteler Traubensaft in rot undweiß nach Hause tragen. Beides wurde von Hans-Josef Wietor mit abschließenden lobenden Worten überreicht. (Fotos und Text: Christl Bingas)

Pflanzliche Schönheiten unserer Heimat

Lichtbildervortrag von Gisela Schuh am 13.09.2024

Die Zuhörer wurden herzlich begrüßt von Hans-Josef Wietor, Vorsitzender des ausrichtenden Vereins der Geschichts- und Kulturfreunde Nittel e.V. Wieder einmal konnte Gisela Schuh, ehemalige Apothekerin in Nittel, mit ihren Fotografien eindrücklich darlegen, dass “Blumen das Lächeln der Erde“ sind. Bei ihren täglichen Spaziergängen mit Hund und Kamera entdeckt sie immer wieder die „Kleinen“ am Wegesrand, die von Vorübergehenden weder entdeckt, noch gekannt werden. Es müssen nicht immer die prächtigen Orchideen oder Rosen sein, über die man sich freuen kann.

Winterkresse, Zimbelkraut, Acker-Gauchheil, Gundermann, alles Pflanzen, die mit ihren winzigen Blüten leicht zu übersehen sind. Wegwarte, Beinwell, Habichtskraut, Wiesenschaumkraut gehören zu den Heilkräutern und blühen wunderschön. Schier orchideenähnlich erscheinen die Blüten der Taubnessel oder des in königsblau blühenden Natternkopfes.

Dies kann nur ein kleiner Auszug sein aus dem umfangreichen Fotoangebot von Gisela Schuh. Oftmals wachsen diese wilden Schönheiten im eigenen Garten und werden unerkannt als solche behandelt und ausgerissen oder gar mit Pflanzengiften entfernt, hier fehlt der Mut zum Ungewöhnlichen. Am Wegesrand hat man sie vor der Nase und sieht sie aus Unkenntnis nicht.

Als gute Hilfe bezeichnete Gisela Schuh das Buch der botanischen Wanderungen zwischen Perl und Koblenz „Die Pflanzenwelt im Moseltal“ oder eine entsprechende Pflanzenerkennungs-App (z.B. Flora incognita), damit Unkräuter als Beikräuter oder eben schöne Blühpflanzen gefunden und respektiert werden können. Zum Ende des interessanten Vortrages bedankte sich Hans-Josef Wietor bei der Vortragenden Gisela Schuh und bei den Zuhörern für ihr Kommen. (Text: Christl Bingas, Fotos: Gisela Schuh)

PFLANZLICHE SCHÖNHEITEN UNSERER HEIMAT 2024

Um die Schönheit unserer heimischen Natur in Bildern festzuhalten, ist Gisela Schuh, vielen bekannt aus ihrer Zeit als Apothekerin in Nittel und als leidenschaftlicher Orchideen- und Pflanzenfan,  ständig mit Hund und Kamera in her heimischen Natur unterwegs. Da man die schönsten Blühwunder oft „vor der Nase“ hat,  ohne sie zu sehen oder gar zu erkennen, präsentiert Gisela Schuh mit ihren wunderschönen Fotografien unsere herrliche heimatliche Pflanzenwelt und beschreibt erzählend deren Schönheit und Eigenheiten. 

(Der vorgesehene Termin am 15. April 2024 musste wegen Unwetter mit Starkregen ausfallen.)

Neuer Termin:

Wann: Freitag, 13. September 2024, 19 Uhr

Wo: Gästehaus Alois Dostert-Schmitt, Kirchenweg 5, Nittel, Eintritt frei 

Historischer Rundgang durch die Gemeinde Nittel 2021

28 August 2021, Köllig – Der Verein der Geschichts- und Kulturfreunde Nittel e.V. hatte auch in diesem Jahr wieder zu einem Historischen Rundgang, einer kleinen Zeitreise, eingeladen. Obwohl das Wetter nicht einladend war, nutzten zahlreiche Teilnehmer diese Möglichkeit, um mit Spaß und Freude die Geschichte von Nittel, Köllig und Rehlingen zu entdecken.

Hans-Josef Wietor führte die Teilnehmer zu verschiedenen historisch interessanten Punkten. Er berichtete über die seinerzeitigen Geschehnisse und erzählte dazu kleine Anekdoten und passende Sagen aus dem Sagenschatz. Um das Erzählte sichtbar zu machen wurden Vergrößerungen von historischen Fotos gezeigt. So konnten sich alle Teilnehmer, insbesondere die Kinder, ein Bild davon machen.

Die Rochuskapelle, die erstmals 1432 erwähnt wurde, war einer der Schwerpunkte. Dabei wurde deutlich, dass die Kapelle eine sehr wechselhafte Geschichte mit vielen Höhen und Tiefen erlebt hat. Mehrfach stand sie vor dem Abriss oder dem Verfall, doch immer wieder gelang es den Menschen die Kapelle zu renovieren. Als im Mittelalter die Pest und im Jahre 1860 auch die Cholera in den Dörfern der Mosel viele Menschen das Leben kostete pilgerten die Menschen zur Kapelle und baten den Heiligen Rochus sie vor den ansteckenden Krankheiten zu schützen und um Hilfe um die Krankheit zu besiegen.

Der weitere Weg durch die Geschichte führte nach Köllig. Unterwegs kam die Entstehung des Moseltales zur Sprache. Dabei würde aufgezeigt, wieso auf den Höhen entlang der Mosel an vielen Stellen sehr viele Kieselsteine zu finden sind und wieso sich oberhalb der Felswand bei Nittel Sandgruben befinden, aus denen Sand geholt wurde, um Häuser zu bauen. Rehlingen hat eine einzigartige Besonderheit. Im Jahre 2000 wurde nahe der Mosel bei Baggarbeiten ein gut erhaltener römischer Ziegelbrennofen gefunden. Er stammt wohl aus dem 3. Jahrundert und ist der größte seiner Art in unserer Region.

Weiteres Thema war auch ein Entführungsfall auss dem Jahre 1558. Nittel gehörte zum Herzogtum Lothringen und beiderseits der Mosel gehörte Land zu Nittel. S konnte der lothringische Herzog Zölle bei der Durchfahrt der Schiffe erheben. Dieses führte immer wieder zu Streitigkeiten zwischen den Herzogtümmern Lothringen und Luxemburg. So wurde der Nitteler, der die Zölle erheben musste, von den Luxemburgern entführt und in Grevenmacher festgesetzt. Er sollte wieder in Freiheit kommen, wenn die Erhebung der Zölle abgeschafft wird. nach zähen Verhandlungen veränderte sich nichts. Schließlich entfürhten die Nitteler dann auch einen Bediensteten des luxemburgischen Herzogs und setzen ihn in Nittel fest. Schließlich tauschte man die Entführten wieder aus, die Zölle wurden auch weiterhin erhoben.

Auch dieser dritte „Historische Rundgang durch die Gemeinde Nittel“ ist ein kleines Mosaiksteinchen, um die Geschichte und die Menschen näher zusammenzubringen und die Geschichte von Nittel, Köllig und Rehlingen zu erkunden, wahrzunehmen und zu bewahren. (Text: H.-J. Wietor, Fotos: I. Posaric)

Historischer Rundgang 2021

28. August, 2021, Nittel – Gemeinsam die Geschichte von Nittel, Köllig und Rehlingen erkunden, wahrnehmen und bewahren!

Zu einem etwa 2-stündigen Rundgang durch die Geschichte von Nittel, Köllig und Rehlingen lädt der Verein Geschichts-und Kulturfreunde Nittel e.V. alle Interessierten herzlich ein.

Die Teilnehmer werden unterwegs an geschichtlich relevanten Stellen viele interessante Informationen erhalten und dabei einiges über das Leben und die Menschen aus den zurückliegenden Epochen erfahren.

Menschen beeinflussen die Geschichte durch ihr Handeln und Tun so, wie die Geschichte eines Ortes den Menschen mit all ihren Auswirkungen prägt. Damit ist die Geschichte eines Ortes auch ein Teil der Geschichte seiner Bewohner, ein ständiges Geben und ein Nehmen. Die Wanderung wird geführt von Hans-Josef WIETOR, Vorsitzender des Vereins.

Termin: Samstag, 28. August 2021, 13.00 Uhr, Treffpunkt: St. Rochuskapelle, Nittel

Wir bitten auf dem Rundgang die aktuell gültigen Hygiene- und Abstandsregelungen zu beachten und einzuhalten.

Wir freuen uns auf Sie!