Ausländische Mitbürger stellen ihr Heimatland vor

Der neu angebotene Veranstaltungssaal des Gasthauses Dostert-Schmitt war mit etwa 50 Personen sehr gut gefüllt, viele Stühle mussten noch zusätzlich aus der Gaststätte in den schönen Saal gebracht werden. Dies war ein sehr erfreulicher Aspekt, nachdem seit 2020 diese Veranstaltung dem Coronavirus zum Opfer fiel. 

Italien und Griechenland waren zwei Länder, die zwar vielen mehr oder weniger bekannt sind. Dennoch ist es sehr interessant, noch Einzelheiten unterschiedlicher Regionen zu erfahren.

Für Italien erzählte Thalia Comolino über ihr Heimatdorf Carpacco in der Region Udine (Autonome Region Friaul-Julisch Venetien), mit 900 Einwohnern ziemlich kleiner als Nittel. Furlanisch (Friaulisch)  sprechen die meisten Einwohner, es ist die Amts- und Schulsprache in Friaul. Beeindruckend ist der Tagliamento,  der bedeutendste der letzten Wildflüsse der Alpen.

Die Familie spielt eine große Rolle, Nähe ist wichtig, Respekt im Familienleben ist groß geschrieben, gegenseitige Hilfe ist selbstverständlich, Freude am Teilen ist groß,  die Großeltern zu pflegen ist normal, gefeiert werden  gemeinsam die zahlreichen Volksfeste. Die Bevölkerung ist sehr abergläubisch.

Der Geburtsname wird durch die Hochzeit nicht verändert, Kinder können beide Namen tragen. Zur Esskultur gehören viele kleine Portionen auf dem Tisch, Kaffee trinkt man schnell (meist nur nach dem Mittagessen), keine Kaffee-Kuchen-Kultur. Gemeinsam sitzt man sehr lange beim Abendessen. Den Prosciutto St. Danielle räuchern die meisten Familien selbst. Jedes Schinkenstück ist das Ergebnis einer jahrhundertealten Tradition. Der sehr schöne und äußerst interessante Vortrag wurde mit viel Beifall bedankt!

Im zweiten Bericht brachte Theodoros Koromilas den Zuhörern Griechenland näher. Geographische Merkmale, Physische Geographie, Demographie, Geschichte, Wirtschaft, Sitten und Gebräuche, Erfindungen, Berühmte Griechen, Strategische Freundschaften, Tourismus skizzierten die 13 Regionen Griechenlands. Etliche Unterschiede in der Lebensart zu Deutschland wurden aufgezeigt, z.B. Esskultur: Minifrühstück mit 1 Tasse Kaffee und vielleicht einem Croissant, unbedingt 1 Zigarette, Mittagessen etwa 17 Uhr, Abendessen meist gegen 22 Uhr – und das kann sehr lange dauern. Viele kleine Gänge, alles auf separaten Tellern (niemals Tellergericht wie in Deutschland), viel Kaffee, wenig Alkohol, sehr viele Zigaretten. Für zu Hause wird gerne Lieferservice in Anspruch genommen. 

250 Sonnentage locken 32 Millionen Touristen, traumhafte Landschaften und Strände, tausende Inseln im Ägäischen und Ionischen Meer, viele Erdbeben, größter Olivenölproduzent, Wahlpflicht, Militärpflicht, Namenstage wichtiger als Geburtstage, traditionelle Musik und Tänze, Hobbys älterer Männer: Rauchen, Kaffee und Backgammon (Brettspiel) im Kafenio. Alle diese einzelnen Merkmale wurden von Theo Koromilas kommentiert und interessant erklärt. Großer Beifall von allen Besuchern auch für diesen Vortrag, der viel Landesinformationen beinhaltete. 

Zur Erinnerung an Mikis Theodorakis (1925-2021) , dem von allen Griechen geliebten großen Komponisten, sang Christl Bingas das Lied „Arnisi“ – Sto Perigiali (Entsagung) in der Originalsprache griechisch. Dieses Lied mit dem Text des griechischen Literatur-Nobelpreisträgers und Regimekritikers Giorgos Seferis wurde zur Hymne der Widerstandsbewegung gegen die griechische Militärdiktatur von 1967 bis 1970 .

Hans-Josef Wietor, der zu Beginn alle Anwesenden begrüßt und die Kandidaten vorgestellt hatte, bedankte sich herzlich bei den Vortragenden, allen Besuchern und Beteiligten. Er überreichte einen Blumenstrauß an Thalia Cimolino und ein Weingeschenk aus Nittel an Theodoros Koromilas. (Text: Christl Bingas, Fotos: Fred Becker)

Historischer Rundgang durch Nittel 2023

Der Verein der Geschichts- und Kulturfreunde Nittel e.V. hatte auch im Jahr 2023 wieder zu einem Historischen Rundgang, zu einer Zeitreise durch die Geschichte von Nittel, eingeladen. Bei wunderschönem Sonnenschein nutzten zahlreiche Teilnehmer diese Möglichkeit, um mit Spaß und Freude die Geschichte von Nittel zu entdecken.

Hans-Josef Wietor führte die Teilnehmer zu verschiedenen historisch interessanten Punkten im Bereich Nittel. Er berichtete über die seinerzeitigen Geschehnisse und erzählte dazu kleine Anekdoten und kuriose Geschichten die sich zugetragen haben.

Um das Erzählte zu veranschaulichen wurden Vergrößerungen von historischen Fotos gezeigt.

Besonderen Anklang und großes Interesse fand ein Foto aus dem Jahr 1916 auf dem ein Teil der heutigen Weinstraße, der Bahndamm und die Mosel zu sehen ist. Ohne ein solches Foto ist es kaum vorstellbar, dass sich in einem Zeitraum von etwa 100 Jahren so vieles verändern kann.

Die Bäche die durch den Ort zur Mosel hin fließen haben in mehrfacher Hinsicht Bedeutung für die Nitteler. Zunächst wurde der Name Nittel von der manchmal weißlichen Farbe der Bäche abgeleitet, aus „nidil-aha“ wurde später der Ortsname Nittel.

Über mehrere Jahrhunderte siedelten sich auch mehrere Mühlen an den Bächen an, um die Kraft des Wassers zu nutzen. Einige Gebäude ehemaliger Mühlen sind auch heute noch vorhanden, allerdings durch Umbauten nicht mehr direkt als Mühlengebäude erkennbar.

So ist der „Historische Rundgang“ ein kleines Mosaiksteinchen, um die Geschichte und die Menschen im Ort näher zusammen zu bringen und die Geschichte von Nittel, Köllig und Rehlingen zu erkunden, wahrzunehmen und zu bewahren.

Zeit für Kunst: Kalifornische Künstlerin Inge Infante stellt im Kunstraum eigenART der Trier Galerie aus

Inge Infante: „Lupin field“

Die in Kalifornien lebende Künstlerin Inge Infante stellt ihre Werke vom

2. – 30. August 2019 im Kunstraum eigenART der Trier Galerie aus.

Inge Infante ist in Deutschland geboren, jährlich besucht sie ihre seit einiger Zeit in Nittel an der Obermosel lebende Schwester Christl Bingas und ist begeistert von der Mosel, dem Moseltal und vor allem der Römerstadt Trier.

Nach einer Ausstellung 2017 im Weingut Karl Sonntag in Nittel, sind ihre Bilder und Kollagen vom 2. – 30. August 2019 im Kunstraum eigenArt in der Trier Galerie zu sehen.

Inge Infante: „Motte“

Die faszinierende Kombination aus Malerei, Zeichnung, Druck, Fotographie und Kollage spiegelt die künstlerische Aussage mit ihrer Liebe zur Musik, zu Reisen und zum Weltgeschehen wider. Sie verarbeitet „Fundstücke“ wie zerrissene Plakate, U-Bahn-Tickets, Eintrittskarten und vieles mehr.

Immer sind ihre Werke eine Einladung zu einer visuellen Reise, die mit den
Lebenserfahrungen des Betrachters mitschwingen können. Inge Infante hat an zahlreichen Ausstellungen in USA teilgenommen. Ihre Arbeiten sind im Besitz internationaler Sammler und auch des Museum of Modern Art in San Francisco.

Wann: 2. – 30. August 2019, 9:30 – 20:00 Uhr (montags bis samstags während der Öffnungszeiten der Trier Galerie)
Wo: Kunstraum eigenART im Basement der Trier Galerie, Fleischstraße 62, Trier

Pressemitteilung: Die neue Website ist online

(Foto: I.Posaric)

Unter dem Motto „Geschichte. Kultur. Zusammen. Erleben.“ präsentiert der Verein Geschichts- und Kulturfreunde Nittel e.V. seine neue Website:

http://www.gkfnittel.de

Seit seiner Gründung im Jahr 2006 gehört der Verein Geschichts- und Kulturfreunde Nittel e.V. nicht nur zu den tragenden Säulen des kulturellen Lebens in Nittel an der Obermosel/Südlichen Weinmosel, sondern auch zu dem wichtigsten Hüter der Geschichte von Nittel, Köllig und Rehlingen.

Die neue Website des Vereins wird die Ziele und Werte des Vereins Geschichts- und Kulturfreunde Nittel e.V. unterstützen und die neuen Projekte fördern, das historische und kulturelle Archiv der Region pflegen und als Hauptanlaufstelle für den Informationsaustausch mit der Öffentlichkeit dienen.

Der Internetauftritt bietet eine klare Übersicht, einfache Navigation und vielfältige Inhalte mit Themenfeldern wie: Geschichte, Kulturgut, Veranstaltungen, Publikationen, Vereinsleben usw.. Dabei liegt der Focus auf:

dem digitalen Archiv des Landschafts- und Denkmalschutzes der Region

der Stärkung der Heimatverbundenheit durch sachliche und fachliche Informationen

der Bereitstellung von Informationen über die Geschichte und Kultur in der Nitteler Region

der Förderung der kulturellen Projekte

die engere Kommunikation mit den Bürgern und

– dem Einsatz für die Erhaltung älterer kultureller Werte für die zukünftige Generationen

Die Zielgruppe sind alle, die in der Region Nittel an der Obermosel wohnen: Jugendliche, Senioren, Touristen, Geschäftsleute, sowie jetzige und zukünftige Bürger und Besucher der Orte Nittel, Köllig und Rehlingen.

Mit der neuen visuellen Identität, den entsprechenden sozialen Medien und einer neuen Website ist der Verein bereit, die Zukunft neu zu gestalten.