Historischer Rundgang in Nittel 2026

Die Dörfer an der Obermosel haben im Laufe der Jahrhunderte eine sehr abwechslungsreiche und interessante Geschichte durchlebt, so auch Nittel, Köllig und Rehlingen.

Die Geschichte eines Ortes prägt den Menschen mit all ihren Auswirkungen, der Mensch wiederum beeinflusst die Geschichte durch sein Handeln und Tun. Ein Geben und ein Nehmen. So sind die Geschichte eines Ortes und die seiner Bewohner untrennbar miteinander verbunden.

Der Verein der Geschichts- und Kulturfreunde Nittel e.V. hatte auch in diesem Jahr wieder zu einer historischen Wanderung eingeladen. 30 sehr interessierte Personen wollten mehr von der Geschichte und den Ereignissen im Ort wissen und begaben sich bei schönem Sonnenschein mit auf den Weg.

Hans-Josef Wietor, der Vorsitzende des Vereines, führte die Gruppe zu besonderen Plätzen in Nittel und erzählte über deren Geschichte, von manchen heute lustig anmutenden Geschehnissen, aber auch von manchen weniger lustigen Ereignissen.

Zunächst konnten die Teilnehmer ein Relikt aus der Urzeit betrachten. Es handelt sich um ein Teilstück eines Stoßzahnes eines Mammuts, das bei der Sanierung des Eisenbahntunnels gefunden wurde. Das Mammut verendete nachweislich vor 42000 Jahren! 

Der Bereich an der Obermosel war zunächst von den Kelten besiedelt. Im 1. Jahrhundert v.Chr. folgten die Römer. Im 5. Jahrhundert nach Christus endete die römische Dominanz und die Franken übernahmen die Herrschaft. Sie alle hinterließen vielerlei Zeugnisse ihres Daseins.  (Foto: Die Römer u.a. einen Ziegelbrennofen in Rehlingen.)

In den 15., 16., und 17. Jahrhunderten war Mitteleuropa von vielen Kriegen, von vielen Missernten und Kälteeinbrüchen gezeichnet. Besonders für die Missernten und die Kälteeinbrüche suchte man nach Schuldigen. Schließlich fand man sie in Menschen die „im Verdacht standen“ als „Hexen“ zu wirken. Auch Nittel wurden von diesem Zeitgeist erfasst denn auch in Nittel wurden „Hexen“ hingerichtet, so wie im gesamten Bereich von Mitteleuropa.

Auch die rasante Entwicklung des Wein- und Ackerbaus seit dem Ende des Weltkrieges wurden an Hand von zahlreichen Fotos dokumentiert und nachverfolgt. So gestaltete sich die Traubenlese im Jahr 1940, damals noch mit 2 PS vor dem Gefährt.

Viele Begebenheiten wurden mit Fotos dokumentiert, z.B. von Nitteler Straßen, von Gebäuden in den 60er Jahren, von den Bartmännern von 1929, Ortsansichten von 1900, das Nitteler Wappen und vieles mehr. 

Die Kirche hat eine lange Geschichte in Nittel. Die erste Kirche wurde vermutlich schon im 8. Jahrhundert errichtet. Im 18. Jahrhundert wurde die Kirche erneuert. Dabei blieb von der vorherigen Kirche nur ein Teil des Kirchturmes erhalten, der auch heute noch Bestandteil des jetzigen Kirchengebäudes ist.  (Foto: Altarraum vor dem Umbau 1930.)

In den 1930er Jahren war die Kirche zu klein und wurde dem entsprechend vergrößert. 

Vor etwa 100 Jahren wurden in dem damaligen Pfarrgarten 6500 Münzen vergraben. Dieser Münzschatz wurde von Hans-Josef Wietor gefunden und zum Landesmuseum Trier gegeben. Dort wurde festgestellt, dass es sich hauptsächlich um Münzen handelte, die durch eine Inflation wertlos geworden waren. Es wurde vermutet, dass diese wertlosen Münzen in der Kirche im Klingelbeutel „entsorgt“ wurden. Und die Münzen wurden später dann im Erdreich des damaligen Pfarrgartens vergraben. Daher wurde dem Fund beim Landesmuseum der Name „Klingelbeutelschatz“ vergeben. (Foto: Trierer Notgeld aus dem Klingelbeutelschatz)

Ein Foto das H.-J. Wietor zeigte wurde von den Teilnehmern erstaunt und lächelnd betrachtet. Es zeigte ein Pferd und seinen Reiter die nach getaner Arbeit wohl sehr durstig waren und sich zur Gaststätte Holbach begeben hatten. Der Durst war so groß, dass sie sich zusammen direkt in die Wirtsstube und zum Tresen begaben. Dort bestellte der Reiter Getränke für sich und sein Pferd. Womit der Reiter und das Pferd ihren Durst löschten, wurde leider nicht überliefert.

Abschließend bedankte Hans-Josef Wietor sich bei den Teilnehmern die an der Geschichte sehr interessiert waren und bei dem Rundgang zudem auch viel Spaß hatten. (Text: H-J. Wietor, Fotos: I. Posaric)

Impressionen

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